Psychologischer Dienst
 

Kinder und Jugendhilfen


Psychologischer Dienst

Grundlage der psychologischen Arbeit in unserer Einrichtung bilden folgende Therapieverfahren:

Systemische Familientherapie
In der systemischen Familientherapie stehen, neben der individuellen Behandlung der Kinder und Jugendlichen, die familiäre Kommunikation, sowie Strukturen und Bindungen innerhalb der Familie im Behandlungsmittelpunkt. Diese Aspekte können selbst bei Abwesenheit der Familie mit dem Kind beziehungsweise der oder dem Jugendlichen reflektiert und bearbeitet werden.

Die Therapie befasst sich mit den Auswirkungen der Familiendynamik, da besonders im Kinder- und Jugendalter eine starke Abhängigkeit vom Familiensystem besteht. Das Erscheinungsbild des Kindes bzw. der oder dem Jugendlichen wird als nicht losgelöst von der Familiendynamik betrachtet und kann dadurch zu einer Entlastung des Kindes bzw. der oder dem Jugendlichen führen. Methoden wie beispielsweise das Benennen „expliziter und impliziter Familienregeln“, „Genogrammarbeit“, „Familienbrett“, „Familienaufstellung“ und das Beantworten „zirkulärer Fragen“ sollen Transparenz in die Familiendynamik bringen. Vorurteile oder Gedankenkonstrukte, die sich nachteilig innerhalb der Familie auswirken, sollen aufgedeckt werden. Des Weiteren können alte festgefahrene Strukturen aufgelöst und eine familiäre Neuorganisation angeregt werden. Im Therapieverlauf wird schließlich auch die eigene Verantwortung des Kindes bzw. der oder dem Jugendlichen für bestimmte Strukturen thematisiert, woraus dann entsprechende Therapieaufgaben entwickelt werden.

Verhaltenstherapie
Psychische Probleme von Kindern und Jugendlichen sind in hohem Maße unterschiedlich und bedürfen verschiedener Interventionen. Die Verhaltenstherapie ist ein anerkanntes Therapiesystem, das über ein gut erprobtes und vielseitiges Methodeninventar, wie z. B. Verhaltensübungen, kognitive Verfahren oder Stressbewältigungstrainings verfügt. Dies wird zusammen mit den Betroffenen individuell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt. Grundlage jeder therapeutischen Zusammenarbeit ist eine tragfähige Beziehung zwischen dem jungen Menschen und der therapeutischen Fachkraft – nach Möglichkeit unter Einbeziehung der Eltern/Sorgeberichtigten/Familie.

Ziele verhaltenstherapeutischer Interventionen sind zum Beispiel: Stabilisierung des Selbstwertgefühls, Reduzierung von Ängsten, Verbesserung der sozialen Kompetenz, Bewältigung von Entwicklungsaufgaben, Verbesserung der Aufmerksamkeit u.v.m. Elternberatung und spezielle Elterntrainings unterstützen den therapeutischen Prozess.

Lerntherapie/Lerntraining
Die Integrative Lerntherapie hilft Kindern und Jugendlichen, die trotz ausreichender Beschulung Lernstörungen entwickelt haben. Es kann sich hierbei um anlagebedingte Wahrnehmungs- und Teilleistungsschwächen handeln, aber auch um Lernblockaden und Entwicklungsverzögerungen. Ein Teufelskreis entsteht, die folgenden Erfahrungen sind geprägt von Misserfolgen, Frustration und Angst. Unser Ansatzpunkt sind Trainings, die zur Wiederherstellung einer positiven Lernstruktur beitragen. Wir setzen dabei ressourcenorientiert bei den vorhandenen Kompetenzen und Stärken des Kindes an. Dies geschieht auch unter Einbeziehung der Familie und der aktuellen Lernsituation in der Klasse und gegebenenfalls anderen Institutionen. Genutzt werden hierbei Erkenntnisse aus Pädagogik und Didaktik.

Traumatherapie/EMDR
Einige der psychischen Probleme der jungen Menschen in unserer Einrichtung sind direkte Folgen von traumatischen Ereignissen. Darunter versteht man Ereignisse bzw. Situationen, die extremen Stress sowie Gefühle von Hilflosigkeit und Entsetzen auslösen wie z.B. Naturkatastrophen, Kriegserlebnisse, Vernachlässigung oder körperliche bzw. sexualisierte Gewalt.

Zur Behandlung psychischer Probleme, die durch solche oder ähnliche Ereignisse ausgelöst wurden, kann eine spezifische Traumatherapie angeboten werden. Die Therapie gliedert sich in der Regel in die drei Phasen: Stabilisierung, Konfrontation und Integration. Sie soll den betroffenen Kindern und Jugendlichen helfen, die erlebten traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten und schließlich zu integrieren. Dabei stellt EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) einen Therapiebaustein dar, um belastende Gedächtnisinhalte zu bearbeiten.

Reittherapie
Beim therapeutischen Reiten erleben Kinder und Jugendliche Situationen, die sie in unterschiedlichen Entwicklungsbereichen fördern. Das gemeinsame Arbeiten und die miteinander verbrachte Zeit verbindet Mensch und Pferd. Durch die Zuneigung zum Pferd können die Kinder und Jugendlichen Fähigkeiten entwickeln, die ihnen manch einer vorher nicht zugetraut hätte, z. B. Verantwortungsbewusstsein und Durchhaltevermögen. Schon das richtige Führen eines Pferdes erfordert Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen. Über Bewegungsspiele auf dem Pferd werden motorische Geschicklichkeit, Teamwork, Konzentrationsvermögen und vieles Weitere ohne Leistungsdruck geschult. Schritt für Schritt können Ängste losgelassen und selbständiges Verhalten erprobt werden. Als Gegenleistung für seine Zuwendung erhält das Pferd Fürsorge und Pflege durch die jungen Menschen. Im Sybelcentrum wird das therapeutische Reiten als individuelle Einzelförderung oder im Rahmen einer psychotherapeutischen Begleitung angeboten. Unsere Reittherapie wird durch unseren Förderkreis für Kinder mit unterstützt.

 
 

Ihr Kontakt

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Heimstiftung Karlsruhe
Sybelcentrum
Klosterweg 1b
76131 Karlsruhe

Bereichsleitung
Jutta Säuberlich
Tel.: 0721-961945-610